Homeoffice einrichten: 12 Tipps für mehr Home und weniger Office
Minimalistisches Homeoffice aus Massivholzmöbeln.
Du am Küchentisch. Links dein Laptop, rechts der Marmeladenrest vom Frühstück. Im Hintergrund schmiert sich deine Tochter ein Butterbrot, während du in Jogginghose in den Video-Call nickst.
Das war mal okay. Weil es sein musste. Aber du sitzt zwei mal die Woche immer noch so da. Denn dein Homeoffice ist immer noch eine „Geht-so-Lösung“. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, das wenig genutzte Gästezimmer endlich zum Homeoffice umzugestalten. Doch ein Arbeitszimmer muss ganz schön viel können. Du willst darin arbeiten, dich organisieren, dich konzentrieren, Ordnung halten, Pausen genießen - und dich bei allem wohlfühlen. 12 Tipps unterstützen dich dabei. Und wenn du das in Begleitung machen möchtest, lass uns sprechen.
Homeoffice einrichten: 12 Tipps für mehr Home und weniger Office
- Das Wichtigste in Kürze
- 1. Nutze deinen Raum oder deine Nische richtig aus
- 2. Wähle einen Wandfarbton, der deiner Arbeit guttut
- 3. Stell deinen Schreibtisch an die richtige Stelle
- 4. Hab die richtige Position für deinen Monitor
- 5. Such dir einen bequemen Bürostuhl
- 6. Sorg für ausreichend Licht
- 7. Schaff genug Stauraum – Ordnung macht den Kopf frei
- 8. Gib Kabelsalat keine Chance
- 9. Gestalte dir eine Sitzecke
- 10. Bau dir einen unverwechselbaren Videohintergrund
- 11. Sorg für Persönliches und Pflanzen
- 12. Hab ein Feierabendritual
- 13. Häufige Fragen zum Homeoffice einrichten
Das Wichtigste in Kürze
Einrichtung und Ergonomie entscheiden über Produktivität und Wohlbefinden
Der Schreibtisch steht im 90°-Winkel zum Fenster, mit Blick in den Raum. Das verhindert Reflexionen auf dem Monitor und fühlt sich besser an.
Mindestgröße der Tischplatte: 80 x 160 cm. Die Unterkante liegt 20–28 cm über der Sitzhöhe.
Höhenverstellbarer Tisch, bequemer Stuhl, Fußbank – das sind keine Extras, das ist die Basis.
Licht und Farbe entscheiden über Konzentration und Energie
Tageslicht zuerst, Kunstlicht als Unterstützung. Mindestens drei Lichtquellen.
Keine rein weißen Wände. Neutralfarben, abgestimmt auf Himmelsrichtung und Möbel. Die Decke darf heller sein als die Wände.
Für Konzentration: Tageslichtweiß mit 5300 Kelvin, am besten regelbar über „Tunable White“.
Ordnung macht den Kopf frei, Persönliches macht gute Stimmung
Mehr geschlossener als offener Stauraum. Alles, was sichtbar rumsteht, spricht mit.
Persönlich ja, privat nein. Lieblingsblumen und Landschaftsfotos: ja. Entensammlung: nein.
Pflanzen entspannen die Augen – aber nur gepflegte.
Abgrenzung entscheidet, ob du abends wirklich Feierabend hast
Ein wohnlicher Raum, der trotzdem anders aussieht als deine Wohnräume, macht den Wechsel leichter.
Ein kleines Ritual am Ende des Tages bringt dich leichter in den Feierabendmodus.
1. Nutze deinen Raum oder deine Nische richtig aus
Dein Raum steht schon fest? Vielleicht hast du ein ungenutztes Kinderzimmer? Perfekt.
Falls du keinen kompletten Raum hast, such dir eine geeignete Nische. Oder optimiere die Raumecke, die du gerade benutzt. Auch mit wenig Platz kannst du gut arbeiten, wenn diese Ecke optimal eingerichtet ist.
Willst du einen Bereich abtrennen, eignen sich Paravents oder Regalsysteme mit und ohne Rückwand. Achte darauf, dass die Rückwand aus dem gleichen Material wie die Fronten ist – sonst sieht deine Nische von hinten schnell nach „Verhau“ aus.
Und meide, wenn möglich, ein Durchgangszimmer, das den ganzen Tag über von deinen Mitbewohnern als Rennstrecke gebraucht wird.
Falls du am liebsten gleich loslegen willst und ins nächste Möbelhaus stürzt: Mach dir erst mal einen Kaffee und ein paar Gedanken, während du weiterliest.
Frag dich:
Wie viel Platz habe ich wirklich?
Was kann und will ich weiterverwenden – und was brauche ich neu?
Wie groß dürfen neue Möbel sein, damit ich den Raum nicht vollstelle und mich noch gut bewegen kann?
Wie müssten die Möbel stehen, damit ich bequem überall drankomme?
Was du vor dem Neukauf tun kannst:
Miss deinen Raum aus und mach eine kleine Zeichnung. Am besten im Maßstab 1:50 – ein Zentimeter auf dem Papier sind 50 Zentimeter in der Realität.
Geh meine weiteren Tipps durch und schreib dir spontane Ideen auf.
Entscheide, welche Möbel bleiben. Miss sie aus und zeichne sie in den Grundriss.
Entscheide, was du neu brauchst und überleg genau, wo es hinkommt und wie groß es sein darf.
Erst dann überleg, was du wo einkaufst.
Setz auf ruhige Farben
2. Wähle einen Wandfarbton, der deiner Arbeit guttut
Du kennst dich selbst am besten. Frag dich:
Welche Farben geben mir Energie?
Bei welchen Farben friere ich schon, wenn ich sie nur sehe?
Welche Farben beruhigen mich?
Morgens begrüßt dich vielleicht ein sonniges Orange in der Küche. Doch das ist nicht unbedingt das, was du brauchst, wenn du acht Stunden später mal für einen Moment vom Monitor aufschaust.
Ich arbeite zum Beispiel mit vielen unterschiedlichen Materialien, Farbstiften, Papier und Farbfächern für die Projekte meiner Kunden. Das klappt am besten, wenn mein Atelier und die Möbel neutral sind. Hab ich dann doch mal Lust auf Farbe, stelle ich mir eine Vase mit Blumen auf den Schreibtisch. Hat den Vorteil, dass ich flexibel bin - mal weiß, mal orange, mal rot.
Was ich dir raten würde:
Halte deine Wände neutral. Nimm eine Neutralfarbe, die zur Himmelsrichtung und zu deinen Möbeln passt.
Vermeide das handelsübliche Weiß. Weiße Wände reflektieren Licht sehr stark, und das ist anstrengend für deine Augen. Vor allem, wenn du sowieso schon den ganzen Tag auf den Bildschirm guckst.
Nach Norden gerichtete Räume wirken bei weißen Wänden trist und grau. So bekommst du keine Energie.
Das Gegenteil von Weiß bedeutet ja nicht gleich bunt. Zum Baumarkt-Weiß gibt es gute Alternativen.
Eine helle Decke reflektiert das Tageslicht am besten.
3. Stell deinen Schreibtisch an die richtige Stelle
Die meisten Menschen fühlen sich mit einer Wand im Rücken am wohlsten. Das kommt aus der Zeit, als wir noch Höhlenmenschen waren. Schau dich mal in einem Restaurant um: Die Plätze entlang der Wände sind immer zuerst belegt. Von hinten geschützt, mit Blick in den Raum – falls Eindringlinge kommen.
In deinem Homeoffice ist das nicht anders.
Bei den gängigsten Grundrissen ist diese Position die beste:
Schreibtisch im 90°-Winkel zum Fenster, damit genug Tageslicht reinfällt.
Als Rechtshänder sitzt du links vom Fenster, als Linkshänder rechts.
So hast du gleichzeitig Blick nach draußen, zur Tür und in den Raum.
Störende Reflexe auf dem Monitor sind ausgeschlossen, weil das Licht von der Seite kommt.
Und du kommst bequem ans Fenster zum Lüften.
Dein Schreibtisch:
Passe ihn der Raumgröße an. Ein großer Schreibtisch verbessert nicht automatisch deine Arbeit – oft sammelt sich bei mehr Platz einfach mehr Unordnung an.
Mindestgröße der Tischplatte: 80 x 160 cm.
Die Unterkante der Tischplatte sollte 20–28 cm über der Sitzhöhe liegen.
4. Hab die richtige Position für deinen Monitor
Steht dein Bildschirm direkt vor dem Fenster, ist das Superstress für deine Augen. Sie müssen sich dann ständig zwischen Monitor und Gegenlicht neu einstellen.
Sitzt du stattdessen mit dem Rücken zum Fenster, wird es nicht besser. Dann holst du dir Reflexe und Spiegelungen auf den Bildschirm.
Ich hab’s vorhin schon angesprochen: Der Monitor sollte, wie dein Schreibtisch auch, rechtwinklig zum Fenster stehen.
Ich kann aber verstehen, wenn das gar nicht geht – weil du dir dein Homeoffice mit deinem Partner teilst oder weil dein Raum einen schwierigen Grundriss hat. Dann sorge mit einem hellen, transparenten Vorhang dafür, dass nichts spiegelt.
Der Abstand zwischen Auge und Monitor sollte 50–70 cm betragen.
Und gönn deinen Augen zwischendurch kurze Bildschirmpausen. Einfach mal aus dem Fenster sehen. Gut, wenn du dabei ins Grüne guckst – das entlastet.
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5. Such dir einen bequemen Bürostuhl
Bequem und schön. Das wär’s. Gar nicht so leicht, ich weiß.
Doch zähl mal die Stunden, die du darauf verbringst. Das ist es wert. Die Suche lohnt sich.
Mit „mehr Home, weniger Office“ lässt sich wahrscheinlich das Design beschreiben, das dir vorschwebt. Nimm einen neutralen Bezug, am besten Stoff – Leder fühlt sich für die meisten Menschen nicht so bequem an, außerdem ist es oft rutschig. Dann hampelst du rum, das lenkt ab.
Hast du einen höhenverstellbaren Schreibtisch, arbeitest du vielleicht auch mal im Stehen und kannst variieren. Und gegen schwere Beine hilft eine Fußbank, die du individuell einstellen kannst. Und natürlich aufstehen und Bewegung.
Licht von links wenn du Rechtshänderin bist.
6. Sorg für ausreichend Licht
Du denkst gerade an eine coole neue Schreibtischleuchte? Dazu kommen wir gleich. Erst kommt das Tageslicht. Das ist kostenlos, tut dir und deinen Augen gut und hält dich tagsüber wach.
Das solltest du wissen:
Sperr das Tageslicht nicht mit dunklen Vorhängen, Jalousien oder Plissees aus. Ich verstehe, dass es nervt, wenn dein Fenster zu einem stark benutzten Weg führt. Auch blöd, wenn du das Gefühl hast, die Leute haben noch nie einen Menschen an einem Schreibtisch gesehen.
Aber diffuses, schummeriges Licht führt zu Kopfschmerzen. Und bei schlechtem Licht macht dir deine Arbeit null Spaß.
Wenn wir die Wahl haben, sitzen wir lieber im Licht. Da geht’s uns einfach besser.
Zurück zu deinen neugierigen Nachbarn: Ein fast durchsichtiger, leichter Vorhang wäre die Lösung. Der lässt noch genug Tageslicht rein.
Achtung, Irrglaube: Bodentiefe Fenster bringen weniger zusätzliches Licht, als du denkst. Entscheidend ist, wie hoch das Fenster oben abschließt – je höher, desto tiefer fällt das Licht in den Raum. Heißt für dich: so nah ans Fenster wie möglich.
Jetzt kommt das Kunstlicht und deine coole Schreibtischleuchte dran. Das Design ist dir wichtig, verstehe ich. Vielleicht gibt es sie ja auch als Stehleuchte?
Ich empfehle dir mindestens drei Lichtquellen:
Allgemeinbeleuchtung. Meistens gibt es dafür einen Deckenauslass. In der Regel keine schöne Raumbeleuchtung, aber praktisch, wenn du sie vom Schalter an der Tür bedienen kannst. Und gut zum Putzen, wenn du so viel Licht wie möglich brauchst.
Schreibtischleuchte. Mit einem Leuchtmittel, das auf deinem Arbeitsplatz 500 Lux erreicht. Für Näharbeiten brauchst du mehr, da wären 750 Lux besser. Das kann auch ein flächiges Licht sein: als Stehleuchte direkt über die Tischplatte strahlend oder als Flächenleuchte über dem Schreibtisch abgehängt.
Eine Stehleuchte und eine weitere Tischleuchte. Die verteilst du im Raum, so dass du mehrere Lichtinseln hast, sobald die Deckenbeleuchtung aus ist.
Mehrere Lichtinseln sorgen für Atmosphäre, weil sich Licht und Schatten abwechseln. Ein gleichmäßig ausgeleuchtetes Zimmer hat eher was von Warteraum. Doch das beste Licht ist und bleibt das Tageslicht. Kunstlicht ist nur die Unterstützung, sobald das Tageslicht nicht mehr reicht.
Zur Lichtfarbe:
Die Lichtfarbe wird in Kelvin (K) angegeben – das ist die Farbtemperatur.
Gut für Konzentration sind 5300 Kelvin, auch Tageslichtweiß genannt. 2700 Kelvin stehen für Warmweiß.
Je weißer das Licht, desto wacher macht es. Und umgekehrt.
Du kannst nichts falsch machen, wenn du dich für Leuchten mit „Tunable White“ entscheidest. Da regelst du die Lichtfarbe selbst, nach Laune und Tageszeit. Vor allem im Herbst und Winter fühlst du dich damit gleich besser.
Hättest du nur Kerzenlicht, würdest du ziemlich sicher einschlafen, anstatt konzentriert an deiner Excel-Tabelle zu arbeiten.
7. Schaff genug Stauraum - Ordnung macht den Kopf frei
Selbst wenn du dich im größten Chaos beneidenswert gut konzentrieren kannst: Ordnung und optische Ruhe helfen dir bei der Arbeit.
Alles spricht. Jedes Buch, jeder Papierstapel, jedes Gimmick, jedes Gerät. In der Summe ist das irgendwann blanke Reizüberflutung – und wenig hilfreich, wenn du dir gerade die Rübe über eine neue Marketingstrategie zerbrichst.
Meine Haltung dazu: Die wenigsten Dinge sind so schön, dass man sie ständig ansehen möchte. Manches ist einfach nur praktisch. Einem Drucker kann ich optisch nichts abgewinnen. Er soll reibungslos funktionieren und darf gerne weiß sein. Alles andere gehört hinter eine Tür.
Offene Regale sind verlockend. Sie gaukeln eine Leichtigkeit vor, die sich im Homeoffice kaum umsetzen lässt. Du willst schließlich arbeiten. Dafür braucht es mehr als zehn hindekorierte Bücher.
Das kannst du tun:
Entscheide dich für ein Schrankwandsystem mit mehr geschlossenen als offenen Bereichen.
Die hochwertigste Lösung ist ein maßgefertigter Einbauschrank, abgestimmt auf deine Stauraumwünsche – zum Beispiel auf Ordnerhöhen, wenn du soundso viele Meter Ordner unterbringen musst.
Kalkuliere gleich den Platz für Drucker & Co. mit ein. Und kauf ein Gerät, das alles kann: drucken, scannen, kopieren.
Hab nur so viel Stauraum, wie du brauchst. Vielleicht genügt ein langes Sideboard?
Miste aus, bevor du Stauraum für Dinge anschaffst, von denen du gar nicht mehr weißt, wofür du sie jemals gebraucht hast. Mach das halbjährlich, wie bei deinem Kleiderschrank.
Ergänze mit Schwebeborden und einem rollbaren Container für Hängeregister, falls du damit arbeitest.
Schaff dir kleine Ordnungshelfer an: schöne Ordner, Schuber, stapelbare Boxen mit Grifflöchern. Und beschrifte alles, damit du auf einen Blick findest, was du suchst.
Ich habe auf meinem Schreibtisch ein Tablett für den ganzen Kleinkram. So halte ich Ordnung und muss trotzdem nicht nach Locher und Schere suchen.
Finde einen hochwertigen Papierkorb. Den fasst du jeden Tag an.
Und dann gilt: Je mehr du aus dem Sichtfeld hast, desto besser kannst du dich konzentrieren.
Was bei allen Anschaffungen wichtig ist: Nimm gute Qualität. Warte lieber, bis du dir die bessere Variante leisten kannst. Schubladen, Schreibmaterial, Locher, Spitzer – alles, was du oft in die Hand nimmst, sollte hochwertig sein. Schlechte Verarbeitung, labberige Schuber und scharfe Kanten nerven und ziehen dich runter.
Weniger – aber besser – ist mehr. Auch hier.
8. Gib Kabelsalat keine Chance
Für alles ein anderer Anschluss, als ob das nicht einfacher ginge. Jedes Gerät braucht sein eigenes Kabel.
Du kennst die Situationen:
Du trittst ständig auf Kabel unter deinem Schreibtisch.
Kabel verlaufen quer durch den Raum, weil es keine andere Steckdose für deine Stehleuchte gibt.
Zu viele Kabel im Blickfeld. Das wirkt unruhig und nervt.
Du weißt schon gar nicht mehr, welches Kabel zu welchem Gerät führt. Im Zweifel ziehst du den falschen Stecker.
So bekommst du sie in den Griff:
Kabellose Steh- und Tischleuchten wären der erste Schritt.
Spezielle Sockelleisten können Kabel aufnehmen.
Für Laptop, Drucker und Ladekabel eignen sich Kabelwannen und -kanäle. Die meisten lassen sich einfach unter der Tischplatte montieren.
Steht der Schreibtisch mit Blick in den Raum, eignen sich Designs, die das Thema gleich mitgelöst haben – bei denen die Tischplatte vorne heruntergezogen ist.
Versteck den Drucker in einer geschlossenen Regalwand. Dann verlaufen die Kabel elegant durch Kabellöcher in der Rückwand zur nächsten Steckdose.
Alternativ montierst du Steckdosen direkt in der Schrankwand.
9. Gestalte dir eine Sitzecke
Wenn du genügend Platz hast, richte dir unbedingt eine Sitzecke ein. Dafür genügt schon ein kleiner Bereich.
Du brauchst dafür:
einen bequemen Sessel
vielleicht einen Hocker, damit du die Beine hochlegen kannst
eine Stehleuchte
vielleicht einen kleinen Tisch
einen runden Teppich, der den Bereich klar abgrenzt vom Rest deines Arbeitszimmers
Die Vorteile:
Du hast einen Ort für kurze Pausen – zum Beispiel, wenn du mit der Pomodoro-Technik arbeitest.
Du bekommst bessere Ideen, wenn du deinen Blickwinkel im Raum ab und zu veränderst.
Dein Homeoffice wird automatisch zu „mehr Home und weniger Office“.
Der Teppich verbessert die Akustik. Dein Arbeitszimmer hallt weniger und wirkt gleich viel wohnlicher. (Den kannst du natürlich auch ohne Sitzecke auf den Holzboden legen.)
Mit einem zweiten Sessel wird daraus eine Besprechungsecke, falls Kunden zu dir kommen.
Und deine neue Video-Ecke kann sie auch sein.
10. Bau dir einen unverwechselbaren Videohintergrund
Vergiss deine Video-Calls nicht, wenn du deinen neuen Arbeitsraum planst.
Verzichte auf künstliche Hintergründe.
Leg eine Wand hinter deinem Rücken fest, die immer aufgeräumt ist.
Hab die Kamera auf Augenhöhe und halte 50–70 cm Abstand zum Bildschirm.
Sorg dafür, dass dein Gesicht gut ausgeleuchtet ist, zum Beispiel mit einer flächigen Videoleuchte.
Entferne Geschirr und andere störende Gegenstände aus der Kameraperspektive.
Pflanzen wirken auf Kamera schnell düster. Besser sind einzelne Zweige oder einzelne Blätter am Stiel.
Und wenn du selbstständig arbeitest: Füg etwas hinzu, das mit deinem Unternehmen zu tun hat. → [LINK: Artikel „Personenmarke im Homeoffice“]
Homeoffice-Branding fängt bei deinen Möbeln an. Besonders wichtig, wenn du Kunden online berätst und ihnen damit Einblick in deinen Raum gibst.
Ein paar Stengel oder Blütenzweige verbessern gleich die Laune.
11. Sorg für Persönliches und Pflanzen
„Mehr Home und weniger Office“ bedeutet auch: Der Raum soll ein Stück von dir sein. Mach es dir bequem und wohnlich, aber bleib professionell.
Und da gibt es einen Unterschied, den viele übersehen: privat ist nicht dasselbe wie persönlich.
Privat ist deine Entensammlung und deine Strandlektüre, wenn du Businesscoaching anbietest.
Persönlich sind deine Lieblingsblumen, ein paar Landschaftsfotos aus dem Urlaub, deine Lieblings-Businessbücher oder eine Pinnwand mit deinen visualisierten Zielen.
Persönlich ist übrigens auch dein Lieblingsraumduft.
Wenn du eine Website hast und ich dein Angebot online finde, dann möchte ich dich im Zoom-Call wiedererkennen. Genau darum geht es.
Und die Pflanzen: Die sind grundsätzlich positiv, weil sie die Raumluft verbessern und weil Grün die Augen entspannt. Ungepflegte Pflanzen sind aber schlimmer als gar keine. Alles, was kaputt und vernachlässigt ist, zieht dich runter.
12. Hab ein Feierabendritual
Bist du in der Firma, hast du einen Heimweg. Zwanzig Minuten Auto, eine Bahnfahrt, ein Fußmarsch – irgendwas, das zwischen Arbeit und Zuhause liegt. Da sortierst du im Kopf und schaltest dabei immer mehr ab, ohne es richtig zu merken. Arbeitest du im Homeoffice brauchst du ein Ritual für den Übergang zum Feuerabend.
Ich arbeite zugegeben auch noch an meinen Pausen. Aber das hier hilft mir:
Gestalte den Raum anders als deine Wohnräume. Andere Farbe, andere Möbel, anderes Licht. Dein Kopf merkt sich das und schaltet schneller um – in beide Richtungen.
Zieh dich um. Bequeme Arbeitskleidung ja, aber die Jogginghose bleibt für den Feierabend. Klingt banal, funktioniert aber.
Wechsle abends das Licht. Deckenlicht aus, Stehleuchte an. Von 5300 Kelvin runter auf 2700. Das ist dein Feierabend-Schalter – du kannst ihn tatsächlich umlegen.
Räum den Schreibtisch ab. Nicht komplett. Aber Laptop zu, Tasse raus, Kleinkram ins Tablett. Am nächsten Morgen fängst du nicht mit dem Chaos von gestern an.
Mach die Tür zu. Der größte Vorteil eines eigenen Raums gegenüber der Nische. Falls du eine Nische hast: ein Paravent oder ein Tuch über den Monitor tut es auch.
Was du damit gewinnst, ist nicht nur ein aufgeräumter Tisch. Es ist der Moment, in dem der Arbeitstag aufhört. Und den musst du dir selbst bauen, weil ihn dir sonst keiner mehr abnimmt.
13. Häufige Fragen zum Homeoffice einrichten
Wie groß muss ein Homeoffice mindestens sein?
Für einen Arbeitsplatz mit Schreibtisch, Stuhl und etwas Stauraum reichen 8 bis 10 Quadratmeter. Für eine Nische im Wohnraum kommst du mit 3 bis 4 Quadratmetern aus – wenn die Fläche gut geplant ist.
Was ist die häufigste Fehlplanung, die dir begegnet?
Der Schreibtisch vor dem Fenster. Sieht auf dem ersten Blick schön aus, ist aber der schnellste Weg zu Kopfschmerzen. Und direkt dahinter: zu wenig Licht und zu viel offenes Regal.
Wann lohnt sich ein maßgefertigter Einbauschrank?
Wenn dein Raum Schrägen, Nischen oder ungewöhnliche Maße hat – oder wenn du viel unterbringen musst und es trotzdem ruhig aussehen soll. Bei einem geraden Raum mit normalen Höhen tut es oft auch ein gutes Systemmöbel.
Kann ich mein Arbeitszimmer steuerlich absetzen?
In vielen Fällen ja, aber die Regeln ändern sich regelmäßig und hängen von deiner Situation ab. Ich bin keine Steuerberaterin – frag bitte jemanden, der das ist.
Was kostet es, ein Homeoffice ordentlich einzurichten?
Ehrlich? Mehr, als du hoffst, und weniger, als du fürchtest. Der größte Posten sind meistens Stuhl und Stauraum. Beim Rest kannst du in Etappen vorgehen – und genau das würde ich dir auch raten.
Muss ich alles auf einmal machen?
Nein. Fang mit dem an, was dich täglich am meisten stört. Meistens ist das der Stuhl oder das Licht.
Wie geht es jetzt weiter?
Du hast jetzt 12 Tipps und wahrscheinlich zwölf neue Ideen. Und vielleicht auch das Gefühl, dass du gar nicht weißt, wo du anfangen sollst. Das ist normal. Ein Arbeitszimmer einzurichten erledigt sich nicht alleine mit einem Möbelkauf, du startest mit einer Planung.
Wenn du wissen willst, was in deinen Raum passt: Lass uns in einem Erstgespräch klären, wo du stehst und ob meine Begleitung für dein Projekt sinnvoll ist. Danach kennst du deinen nächsten Schritt.
ZEIT FÜR DEINE RÄUMELass uns gemeinsam herausfinden,
was dein Projekt braucht.
Im Erstgespräch sprechen wir über dein Projekt,
deine Wünsche und über die nächsten sinnvollen Schritte.
Über die Autorin
Martina Velmeden hat den Master of Engineering (M.Eng.) in Innenarchitektur, ist Mitglied im bdia und Inhaberin von Velmeden Atelier in Hirschberg an der Bergstraße, am Rand von Weinbergen bei Heidelberg. Seit 2014 plant und gestaltet sie zeitlos minimalistische und reizreduzierte Innenräume für Ruhe und Entschleunigung, bei Renovierung, Umbau, Modernisierung und Neubau. Erst private Wohnräume und Ferienhäuser, seit 2020 auch Ästhetikinstitute, Praxen und Klinikräume. Für ihre Arbeit erhielt sie den bdia Masterpreis. Sie arbeitet deutschlandweit, in Österreich und der Schweiz, auf den Kanaren und Mallorca sowie online.
Als hochsensibler Mensch hat sie früh gespürt, wie stark Räume auf das Nervensystem wirken. Daraus entwickelte sie ihre Methode Sensory Wellbeing Design©, die Innenarchitektur mit Architekturpsychologie und Neuroästhetik verbindet. Ihre Überzeugung: Gut gestaltete Räume sind für die Gesundheit so wichtig wie Ernährung, Bewegung und Schlaf.
In ihrem Blog, in Interviews und Gastbeiträgen schreibt und spricht sie über Wohnen mit Hochsensibilität, Slow Living, Achtsamkeit und die Wirkung von Räumen auf Wohlbefinden, Regeneration und Erholung. Über ihre Arbeit berichteten unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Deutschlandfunk, die Deutsche Presse-Agentur und das dm-Magazin alverde. Vorgestellt wurde sie außerdem in Elle Decoration, Häuser und Myself.
Über Martina Velmeden · Fakten · Projekte · Kundenerfolge · Presse & Publikationen · Google-Rezensionen