Planung eines Jugendzimmers für zwei Jungen
3D-Visualisierung - Dieses Projekt hat besonders viel Spaß gemacht: die Planung und Realisierung eines Jugendzimmers für zwei Brüder.
„Sag der Frau bitte, dass wir das Zimmer so haben möchten wie auf den Bildern!“ - dieser Satz meiner Söhne fasst eigentlich schon alles zusammen 😄
Das war eine der ersten Rückmeldungen der Kundin nach meiner ersten Entwurfspräsentation für dieses wirklich tolle Projekt: ein Jugendzimmer für zwei Brüder, einer davon hochsensibel.
Planung eines Jugendzimmers für zwei Jungen
- Das Wichtigste in Kürze
- 1. Warum das Jugendzimmer für dein heranwachsendes Kind so wichtig ist
- 2. Sieben Punkte, die ich bei Jugendzimmern berücksichtige
- 3. Die Planung des Jugendzimmers für die beiden Brüder
- 4. So bekam das Jugendzimmer für die beiden Brüder den persönlichen Dreh
- 5. Wie Familie Zimmer die Zusammenarbeit mit mir empfunden hat
Das Wichtigste in Kürze
Du willst ein zeitgemäßes Jugendzimmer planen und einrichten lassen und wünschst dir dafür ein professionelles Konzept?
Dann ahnst du schon, dass ein individuell geplanter Raum im Detail mehr Bedürfnisse erfüllen kann als ein Raum, für den du alle paar Jahre neue Möbel kaufst, die alle haben. Dein heranwachsendes Kind braucht seinen ganz eigenen Raum – der natürlich anders aussieht als das Zimmer der Schwester oder des besten Freundes.
Diese drei Punkte sind dabei essentiell:
1. Denke multifunktional
Ein Jugendzimmer muss mehr leisten als jeder andere Raum in der Wohnung. Durch eine klare Raumzonierung können verschiedene Bedürfnisse erfüllt werden: Lernen, Entspannen, Kreativität ausleben und Freunde empfangen. Multifunktionale Möbel wie Hochbetten mit integriertem Stauraum oder ausziehbare Gästebetten sparen Platz und machen den Raum vielseitig nutzbar.
2. Plane gemeinsam
Kinder und Jugendliche sollten aktiv in die Planung einbezogen werden, um ein Zimmer zu gestalten, das ihrer Persönlichkeit entspricht und langfristig genutzt werden kann. Eltern profitieren davon, frühzeitig Budget, Materialien und Anforderungen zu klären, um individuelle Lösungen statt Kompromissen zu finden. Das Resultat: weniger Fehlkäufe und glückliche Kinder.
3. Kaufe nachhaltig und langlebig
Zeitlose, robuste Vollholzmöbel und Naturmaterialien sorgen für ein gesundes Raumklima und Langlebigkeit. Ergonomische Möbel, hochwertige Beleuchtung und Textilien wie Teppiche oder Vorhänge schaffen eine behagliche Atmosphäre und unterstützen die Entwicklung deines Kindes in allen Lebensbereichen.
1. Warum das Jugendzimmer für dein heranwachsendes Kind so wichtig ist
Jugendzimmer oder Kinderzimmer für Mädchen oder für Jungs müssen mehr leisten als andere Wohnräume. Denn Kinder- oder Jugendzimmer sind nicht irgendwelche Räume. Hier geht es um so viel mehr als um: schlafen, lernen, chillen, chatten und gamen.
Es macht einen großen Unterschied, ob man ein Zimmer wirklich durchdenkt und individuell, auch zusammen mit dem Kind, plant. Oder ob man einfach auf gut Glück irgendwelche Dinge reinstellt, - wenn dein Kind zu groß geworden ist für seine ersten Kinderzimmermöbel. Kinder werden in ihren Räumen groß und entwickeln neue Bedürfnisse.
Mit Einrichtungsgegenständen ist es so ähnlich wie mit Kleidung: Man kann einfach in einen Laden marschieren und was mitnehmen. Aber passt das dann auch wirklich? Fühlt sich dein Kind damit wohl? Wie oft enden solche Aktionen in einem Fehlkauf, weil’s am Ende doch nicht so richtig passt oder gefällt? Genauso ist das mit Einrichtungsgegenständen im Jugendzimmer mit persönlichem Dreh. Meistens ist das eher so ein Kompromiss, mit dem keiner so richtig happy ist. Am Ende steht noch mehr rum, nimmt Platz weg und du fängst von vorne an.
Ich kenne das noch von meinem eigenen Zimmer, in dem ich mich überhaupt nicht wohl gefühlt habe. Ich wurde damals nicht von meinen Eltern gefragt. Das war in den 1970er-Jahren auch gar nicht üblich. Sie meinten es gut, doch ich mochte mein Zimmer nicht. Gut, dass das heute anders ist und Eltern ihre Kinder bei der Gestaltung mit einbeziehen.
Vom Kinderzimmer zum Jugendzimmer: Um es komplett umzuplanen und zu gestalten, braucht es mehr Gedanken als nur die über seine Funktionen. Für die Übergangszeit zwischen Kindsein, Abitur und Studium ist der eigene Raum der zentrale Ort, um sich zu entwickeln und um sich zu zeigen.
Das Jugendzimmer ist so viel mehr als ein Rückzugsort mit Möbeln
Rückzug in die eigenen vier Wände – wenn die Welt vor der Zimmertür mal wieder zu laut, zu ungerecht und zu turbulent ist.
Konzentration – Raum, um ungestört lernen zu können.
Ort für Freunde, die auch mal übernachten können.
Inspiration – eine eigene Welt haben, in der es das gibt, was so “typisch” für dein Kind ist.
Platz für kreative Hobbys. Da braucht es genug Platz, um Zeichnungen oder Basteleien auch mal liegen zu lassen.
Identität. Ja, irgendwie sehen Jugendliche bei allem Drang nach “Anderssein” uniform aus – Zeitgeist eben. Und sie wollen dazu gehören. Doch genau in dieser Lebensphase wollen sie auch anders sein als der “uncoole” Rest. Am meisten – denke ich als Mutter von zwei Jungs –, dass sie sich verstanden und gesehen fühlen möchten.
Raum zum Relaxen und Abhängen.
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2. Sieben Punkte, die ich bei Jugendzimmern berücksichtige
-1 Bedürfnisse und Vorlieben der Jugendlichen
Ein gutes Ergebnis hängt auch von meinen Fragen, vom Zuhören & Hinspüren und von meinem “Out-of-the-box-Input” ab. Denn ich möchte den Jugendlichen mit seinem Raum zusammenbringen und in jedem Fall dafür sorgen, dass er sich wohlfühlt darin, weil der Raum wie ein Kleidungsstück passt.
✓ Da ist der Jugendliche mit seiner ganz eigenen Persönlichkeit, seinen Interessen. Daher plaudere ich bei Kinder- und Jugendzimmern erst mal eine Stunde mit ihnen.
So kann ich Fragen stellen, mir was zeigen lassen und in ihre Welt eintauchen.
✓ Da ist die Situation der Eltern: ihre Ideen, Bedürfnisse, Wünsche und das Budget.
✓ Da ist der Raum als Teil eines Hauses oder einer Wohnung.
Bei diesem schönen Projekt spielte das bereits hochwertig geplante und ausgestattete Haus eine Rolle. Daher setze ich mich mit dem architektonischen Raum, seinen Flächen und Bauelementen (Boden, Wand, Decke, Fenster, Türen) auseinander.
Ich möchte nie was überstülpen. Weder dem Kunden noch dem Raum. Ja, ich bremse meine Kunden, wenn ich das Gefühl habe, dass was nicht so gut zu ihnen oder zu ihren Räumen passt oder zu trendgetrieben und modisch ist. Wer sich Unterstützung sucht, möchte auch neue Ideen bekommen und weiterkommen. Auf Basis ihrer Vorgaben entwickeln wir die komplette Grundrissplanung und dann gemeinsam einen Raum.
In einem intensiven Gespräch mit den Kindern und Jugendlichen finde ich beispielsweise Folgendes raus:
✓ sie haben vielleicht Wunschmöbel für ihr modernes Jungenzimmer im Kopf
✓ sie wissen spätestens durch Fridays for Future, dass Nachhaltigkeit im Kinderzimmer einige Gedanken wert ist.
✓ sie haben eigene, clevere Ideen, die ich dann als Wunschmöbel frei planen kann und wünschen sich kompetente Beratung, bevor sie ihr Budget investieren.
-2 Raumstruktur und Raumzonierung im Jugendzimmer
Das Jugendzimmer ist der Raum mit den meisten Funktionen in einer Wohnung. Dieser Raum ist im Vergleich zum Wohnbereich immer noch unterschätzt . Sobald dein Kind aus seinem ersten Zimmer mit dem zu klein gewordenen Bett rausgewachsen ist, macht es Sinn, den Raum in die wichtigsten Bereiche zu gliedern und noch mehr zu individualisieren. Je älter dein Kind ist, desto mehr lebt es in seinem Raum und beschäftigt sich eigenständig. Dieser Schritt ist so wichtig. Sehen wir's positiv: Du wirst weniger gebraucht. Aber du kannst dich immer öfter entspannt zurücklehnen.
Beispiele für organisierte Bereiche, die folgende Nutzungen zuverlässig ermöglichen sollten:
Schlafen und zur Ruhe finden
Freunde zum Abhängen und zum Übernachten einladen
Lernen
Computer nutzen
Einfach nur mal lümmeln
Sitzecke zum Lesen, Musik und Hörspiele hören - auf einer gemütlichen Sitzgelegenheit
Basteln, Bauen, Malen, Zeichnen
Musizieren
Kreatives Spielen mit mehr Platzbedarf
Kleidung aufbewahren
In der Regel läuft es auf drei Bereiche raus, in die die obigen Nutzungen integriert sind - unabhängig von der Raumgröße.
-3 Ordnung & Ordnungssysteme im Jugendzimmer
Sobald klar ist, welche Nutzungen bei deinem Kind vorkommen, ist auch schon klar, welche Möbel es dafür braucht.
Wenn ich für Jugendliche plane, schlage ich häufig große Arbeitsflächen als Schreibtisch vor. Idealerweise liegen sie zwischen zwei Wänden. Das hängt im Einzelfall natürlich vom Grundriss ab. So gibt es genug Platz für Hausaufgaben, zum Bauen und Basteln. Und das angefangene Puzzle kann bei genügend Platz auch mal liegen bleiben. Ordnung statt Chaos wird zum Kinderspiel.
Bei Regalmöbeln eignen sich sowohl offene als auch geschlossene Flächen: So kann es seine Schulsachen in einer passenden Container unter dem Schreibtisch aufbewahren. Wichtig ist, dass dein Kind sich gut organisieren kann und Ordnung halten kann.
Ein Regal oder ein Schrank mit oben offenen Böden für Bücher und Schubfächern, sollte als weiterer Ort für Spielsachen ausreichend sein. Ich setze gerne auf Echtholz. Es macht einfach mehr mit als Ersatzmaterialien.
Da die meisten Kinder ihre Kleidung in ihrem Zimmer aufbewahren, braucht es natürlich einen Kleiderschrank. Ich habe in einem anderen Projekt ein Zimmer für ein Mädchen geplant, das ein offenes Regalsystem als Kleiderschrank haben wollte. Und: Sie war unter ihren Geschwistern die Chaotin schlechthin. Ich nahm mir etwas Zeit, um sicher zu sein, dass sie sich damit kein Eigentor schießt. Sie war sich sicher und sortierte sogar gemeinsam mit mir aus. Wir besprachen dann auch eine Capsule Wardrobe. Ich besuche diese Familie immer mal wieder (so wie ich es mit den meisten meiner Kunden aus dem Umkreis halte). Ihr Zimmer ist nach wie vor das ordentlichste unter ihren Geschwistern. Dafür nimmt sie es gerne in Kauf, es diszipliniert und täglich aufzuräumen. Chapeau!
-4 Ergonomie & Komfort im Jugendzimmer
Alle Anschaffungen sollten so ausgewählt sein, dass am Ende ein komfortables und einladendes Zimmer entsteht. Also nicht nur nach Optik gehen, sondern die anderen Sinne mit einbeziehen. Vor allem, wenn dein Kind hochsensibel ist.
Achte auf eine optimale Schreibtischhöhe.
Wähle mit deinem Kind gemeinsam einen bequemen und ergonomisch geformten Schreibtischstuhl aus, der den Rücken schont.
Wähle eine bequeme Matratze.
Sorg für individuelle Beleuchtung, die dein Kind für all seine Nutzungen braucht.
Hab genügend Steckdosen. So vermeidest du Mehrfachsteckdosen und unnötige Kabel im Raum.
Hab Textilien im Raum (Teppich, Vorhänge oder Stoffjalousien, damit er nicht hallt und anstrengend ist.
Hab Sitzgelegenheiten für Besuch.
Multifunktionale Möbel , also zwei oder mehr Funktionen in einem sind besser, als für jede Funktion was anderes zu haben. Das spart Platz, der Raum wirkt großzügiger und lässt noch genug Raum für Bewegung. Beispielsweise ein Bett mit Schubladen darunter oder ein Bett, das darunter ein zweites, ausziehbares Bett für Übernachtungsbesuch hat.
-5 Farben, Materialien & Muster im Jugendzimmer
Beim Material- und Farbkonzept übernehme ich für die langfristigen Anschaffungen, wie Regale, das Konzept, das im gesamten Haus schon vorhanden ist. Keine Angst, das Zimmer ist am Ende trotzdem individuell geplant. Denn du gestaltest zusammen mit deinem Kind und auch nach seinem Geschmack.
Bei Farben gilt wie immer: weniger ist mehr. Am besten nur eine Akzentfarbe. Wichtig sind seine Wünsche und Bedürfnisse. Das kann die Lieblingsfarbe sein oder eine, die sich aus dem Lieblingshobby deines Kindes ergibt.
Alle Materialien sollten gut zu reinigen sein.
Hab Bettwäsche aus Naturfasern, die dein Kind gerne auf der Haut hat – am besten uni oder mit klassischen Streifen. Motive würde ich mir für einen anderen Ort aufheben.
Eine Tagesdecke ist der Bringer. Glaub’s mir. Eine Tagesdecke auf dem Jugendbett bringt gleich Ruhe in den Raum. Und hygienischer ist es auch, sollte dein Kind tagsüber mit der tiefblauen Jeans auf dem Bett lesen wollen.
Tapete, Poster - ja oder nein? Warum nicht – aber gib ihnen einen Rahmen – das macht sie schöner.
Muster ja oder nein? Klar. Aber: Weniger ist mehr. Ein Muster kann beispielsweise im Teppich oder auf einem Kissen sein. Es kann auch auf einer Tapete an einer Wand sein.
Vorhänge oder Stoffjalousien besser unifarben als gemustert. Wenn Muster, dann eher klassisch, beispielsweise gestreift.
-6 Behagliches & gesundes Licht im Jugendzimmer
Die einsame Deckenleuchte macht keinen Raum der Welt behaglich. Was du stattdessen tun kannst:
Hab anstatt der einen Deckenleuchte eine filigrane Strahlerleiste mit mehreren dimmbaren Strahlern, die du individuell ausrichten kannst. Leuchtmittel in einer Farbtemperatur von 2700 Kelvin.
Arbeitstisch und Kopfende vom Bett brauchen ausreichend Licht. Ein Fenster in der Nähe des Arbeitsplatzes wäre ideal, denn Tageslicht ist beim Lernen besonders wichtig. Es hält wach. Aber: Bildschirm nicht frontal vor das Fenster. Das ist zu kontrastreich für die Augen.
Integriere zusätzlich individuelle Leselampen, eine Stehleuchte oder Tischleuchten.
Nicht zu vergessen: eine gute Schreibtischleuchte, die dein Kind mit einer Hand individuell ausrichten kann. Inzwischen gibt es Leuchten, die du sowohl dimmen kannst als auch die Farbtemperatur stufenlos verändern kannst.
-7 Nachhaltigkeit im Jugendzimmer
Einige Beispiele, wie auch ein Jugendzimmer nachhaltiger wird
Vollholzmöbel in zeitlosem Design, die auch einen Umzug überstehen.
Teppiche aus nachwachsenden Naturfasern, wie Bio-Baumwolle oder Bambus.
Stoffjalousien aus recycelten Textilien.
Aber wir denken auch an die kleinen Dinge, die eine große Wirkung haben: Energiesparende LEDs, die für gemütliches Licht sorgen.
Vielleicht eine Zimmerpflanze, die nicht nur für frische Luft sorgt, sondern auch noch mega stylisch aussieht.
3. Die Planung des Jugendzimmers für die beiden Brüder
Ausgangslage, Herausforderungen und Wünsche der Eltern bei dem Projekt
Zum einen wollten sie ihren unterschiedlichen Jungs mit dem gemeinsamen Raum was Gutes tun und weggehen von standardisierten Möbeln.
Zum anderen wollten sie endlich eine maßgeschneiderte Raumplanung und weg von reingestellten Einheitsmöbeln, die sich nicht richtig in den Raum integrieren. Kein Wunder. Einheitsmöbel passen mit ihren Abmessungen selten auf alle Räume – erst recht nicht auf schwierige Grundrisse mit Dachschräge und zwei Türen und entsprechenden Laufwegen.
Grundrisse mögen sich ähneln, doch am Ende sitzen Türen und Fenster oft nicht da, wo es sinnvoll wäre. Oder die Abmessungen passen einfach nicht zu standardisierten Möbeln. Es geht nicht nur um Funktionen, optimale Raumnutzung und etwas Gestaltung drumherum. Es geht darum, den jungen Menschen so in den Raum zu bringen, dass er ganz selbstverständlich ein Teil von ihm ist.
Damit ein Projekt bei aller Euphorie nicht aus dem Ruder geht oder nicht zu Ende gebracht wird, braucht es genaue Infos und Klärung über:
das Budget
den Zeitrahmen
den gewünschten Umsetzungsstandard
Technikwünsche
die in Frage kommenden Handwerker
die in Frage kommenden Materialien
und Weiteres für die Umsetzung
4. So bekam das Jugendzimmer für die beiden Brüder den persönlichen Dreh
Steckbriefe & Gemeinsame Planung mit den beiden Jungs
Deinem Kind was überzustülpen, bringt niemanden ans Ziel. Glücklicherweise ist es heute normal, dass sich Kinder schon früh ausprobieren und mit Kleidung und anderen Dingen experimentieren.
Damit eine Einrichtung längerfristig Bestand hat, läuft es am Ende auf eine kooperative Planung zwischen Eltern und Jugendlichen hinaus. Komme ich ins Spiel, trage ich als Vermittlerin und Inputgeberin dazu bei, dass aus vielen Ideen und Bedürfnissen ein nachhaltiges Raum- und Einrichtungskonzept entsteht. Das kann in Teilen weiter verändert und angepasst werden, beispielsweise mit neuen Textilien oder einer anderen Wandfarbe.
So entsteht ein Kompromiss aus praktischen und ästhetischen Überlegungen. Dafür stelle ich dir und deinen Kindern direkt konkrete Fragen und aus euren Vorgaben entwickeln wir eine komplette Neuplanung des Raums, natürlich auch eine komplette Grundrissplanung. Ich bitte bei jedem Raum, den ich für ein Kind oder einen heranwachsenden Teenager plane, um einen Steckbrief. Ich möchte wissen, was den jungen Menschen ausmacht, wie er tickt, worüber er oder sie sich freut, was ihn begeistert. Ob er sich oft zurückzieht und Ruhe braucht. Oder ob er am liebsten dauernd Freunde um sich rumhat.
Daraus entstand ein Raum, in dem sich beide wiederfinden. Ein Raum, der später auch mit wenigen Handgriffen zum Gästezimmer werden kann.
Planzeichnungen des Entwurfs: Grundriss und vier Raumansichten
3D-Visualisierung - Meine Planung sieht genug Platz zum Lernen, Basteln und Zeichnen vor.
Die große Massivholz-Arbeitsfläche bietet genug Platz zum Lernen und Legobauen und darf auch mal Macken bekommen. Gebaute Meisterwerke können stehen bleiben, ohne dass sie die Fläche für Schulaufgaben einschränken. In der Mitte gibt es auf einem Teppich einen Schlafsessel, der für Übernachtungsbesuch zur Schlafcouch ausgeklappt werden kann.
Poufs können als zusätzliche Sitzgelegenheiten dazu gestellt werden, ohne viel Platz zu brauchen. Tagsüber ist es eine kleine Leseecke mit viel Tageslicht und Blick aus dem Fenster. Mit der Landkarte in Aquarellfarben kann die Wandgestaltung im Jugendzimmer dem ganzen Raum ein Thema geben und dabei zeitlos bleiben. Für Atmosphäre sorgen Raffjalousien aus naturfarbenem Leinen.
Alle Möbel habe ich zusammen mit einem Schreiner in den Konstruktionsdetails bemustert und weiterentwickelt. Dann wurden sie fachgerecht gebaut und montiert. Bei der Gesamtgestaltung habe ich den Wohnstil des Hauses erkennbar eingebunden.
Meine Kunden waren glücklich damit, dass sie sich für ein Gesamtkonzept entschieden haben. Das wollten sie ohnehin schon lange. Denn so sieht es trotz kunterbuntem Alltag aus wie aus einem Guss.
Vorher und Nachher
5. Wie Familie Zimmer die Zusammenarbeit mit mir empfunden hat
„Sag der Frau bitte, dass wir das Zimmer so haben möchten wie auf den Bildern!“
- dieser Satz meiner Söhne fasst eigentlich schon alles zusammen 😄
Wir sind alle ganz begeistert von Ihrem Vorschlag: gemütlich, zeitlos, praktisch.“
Frau Zimmer über das Projekt für ihre beiden Söhne
“Da wir begrenzte Räumlichkeiten haben, müssen sich unsere Söhne (aktuell 8 und 6 Jahre alt) ein größeres Zimmer teilen. Deshalb sollte es ein richtiges Wohlfühl-Zimmer werden. Der etwas komplizierte Grundriss mit zwei Türen, einer Dachschräge, Heizkörper etc. bereitete mir einiges Kopfzerbrechen. Wir brauchten einen Kleiderschrank, für den Schulanfang des Jüngeren einen weiteren Schreibtisch, außerdem genügend Platz zum Spielen und Stauraum. Natürlich sollte alles gemütlich sein und nicht zusammengewürfelt aussehen.
Hier kam ich alleine nicht weiter und machte mich im Internet auf die Suche nach einem Innenarchitekt*in. Hier stieß ich bald auf die Seite von Frau Velmeden. Schon nach kurzer Zeit fühlte ich mich auf ihrer Seite wie zu Hause und hatte aufgrund der spürbaren Professionalität das Vertrauen gefasst, hier die richtige Partnerin für unser Kinderzimmerprojekt gefunden zu haben: mit ihr würde uns keine Lösung übergestülpt werden, die vielleicht zwar gut aussieht, aber nicht wirklich zu unserer Familie passt oder sich nach ein paar Jahren überholt hätte.
Schnell war der Kontakt hergestellt und der Austausch der Informationen erfolgt. Pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt ging es los. Gespannt warteten wir auf den Vorschlag zur Neugestaltung. Die 3D-Visualisierung mit Möbeln und der Zimmeraufteilung überzeugte uns auf Anhieb. Auch für Sessel, Lampen, Tapete, Teppich etc. wurden konkrete Vorschläge gemacht, die wir nach und nach umsetzten. Bspw. eine tunable-white-Funktion für die Schreibtischlampen – eine sehr praktische Idee. Schließlich war es so weit, die neuen Möbel waren da und auch das Drumherum hatten wir weitgehend besorgt.
Zusammenfassend kann man sagen, dass unsere Kinder (und wir) mit dem Zimmer mehr als hochzufrieden sind! Obwohl Frau Velmeden den Raum selbst nie betreten hat (alles lief über Foto und Video), hat sie ihn komplett erfasst und jeden Zentimeter perfekt genutzt. Sogar die Sitzbank steht an der Stelle, von wo man den besten Ausblick aus dem Veluxfenster hat. Den raumhohen Kleiderschrank mit viel Stauraum nimmt man in seiner Ecke kaum wahr. Platz zum Spielen und Chillen ist genug vorhanden, ebenso Platz für die Spielsachen.
Ganz besonders stolz sind meine Jungs auf ihre großen Schreibtische. Hier kann man Lego bauen und auf der schönen Massivholzplatte mit der schicken, einstellbaren Lampe machen sich die Hausaufgaben fast von alleine 😄. Die Unterteilung in Schlaf-, Spiel- und Arbeitszone ist hervorragend gelungen. Alleine wäre ich nie auf diese Idee gekommen. Das Farbkonzept macht den Raum zu einer gemütlichen „Höhle", in der die Kinder liebend gern ihre Zeit verbringen. Auch mein Mann möchte seinen Homeoffice-Tag nun dort abhalten!
Ein weiterer positiver Aspekt ist die Zeitlosigkeit des Zimmers. Außer irgendwann der Weltkarten-Tapete werden wir keine Änderungen mehr vornehmen müssen.”
- Familie Zimmer - Niederzissen -
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Über die Autorin
Martina Velmeden hat den Master of Engineering (M.Eng.) in Innenarchitektur, ist Mitglied im bdia und Inhaberin von Velmeden Atelier in Hirschberg an der Bergstraße, am Rand von Weinbergen bei Heidelberg. Seit 2014 plant und gestaltet sie zeitlos minimalistische und reizreduzierte Innenräume für Ruhe und Entschleunigung, bei Renovierung, Umbau, Modernisierung und Neubau. Erst private Wohnräume und Ferienhäuser, seit 2020 auch Ästhetikinstitute, Praxen und Klinikräume. Für ihre Arbeit erhielt sie den bdia Masterpreis. Sie arbeitet deutschlandweit, in Österreich und der Schweiz, auf den Kanaren und Mallorca sowie online.
Als hochsensibler Mensch hat sie früh gespürt, wie stark Räume auf das Nervensystem wirken. Daraus entwickelte sie ihre Methode Sensory Wellbeing Design©, die Innenarchitektur mit Architekturpsychologie und Neuroästhetik verbindet. Ihre Überzeugung: Gut gestaltete Räume sind für die Gesundheit so wichtig wie Ernährung, Bewegung und Schlaf.
In ihrem Blog, in Interviews und Gastbeiträgen schreibt und spricht sie über Wohnen mit Hochsensibilität, Slow Living, Achtsamkeit und die Wirkung von Räumen auf Wohlbefinden, Regeneration und Erholung. Über ihre Arbeit berichteten unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Deutschlandfunk, die Deutsche Presse-Agentur und das dm-Magazin alverde. Vorgestellt wurde sie außerdem in Elle Decoration, Häuser und Myself.
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